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29.03.2011

Kooperation KBK und proWerk


Geschäftsführungen, Bereichsleiter und Schulleiter

Kerschensteiner Berufskolleg Bethel erweitert das Bildungsangebot durch Kooperation mit dem Bereich proWerk/Betriebe

Bielefeld-Bethel.
Das Kerschensteiner Berufskolleg der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel geht in der Berufsvorbereitung neue Wege: Die Praxis wird ab dem kommendem Schuljahr nicht mehr im Rahmen einer Schulwerkstatt simuliert und vermittelt, sondern erfolgt jetzt in proWerk und in den Betrieben Bethels. Der Theorieunterricht wird im Berufskolleg erteilt. Die Ausweitung auf gewerbliche Betriebe in Bielefeld ist vorgesehen.

Durch diese enge Kooperation haben Schülerinnen und Schüler, die an einer Förderschule ihren Abschluss gemacht haben, viel mehr Möglichkeiten unterschiedliche Berufsfelder kennen zu lernen. Möglich sind Arbeitsfelder wie Gartenbau, Ernährung und Hauswirtschaft, Hotel- und Gaststättengewerbe, Baugewerbe, Metalltechnik, Bekleidung, Holztechnik, Farb- und Raumgestaltung und viele mehr. Auch in der Betreuung von alten oder kranken Menschen sowie Menschen mit Behinderungen liegen Ausbildungschancen.
Das Kerschensteiner Berufskolleg schafft mit diesem Angebot ganz im Sinne des Bielefeld-Paktes neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Bildungserfolge in Bielefeld.

Ansprechpartner ist Herr Koch vom Kerschensteiner Berufskolleg. Betriebe in Bielefeld und Umgebung, die sich mit Jahrespraktikumsplätzen ebenfalls an dieser Neugestaltung des Berufsorientierungsjahres beteiligen wollen, können sich mit ihm in Verbindung setzen.

Hintergrund:
Das Berufsorientierungsjahr (BOJ) ist eine vollzeitschulische einjährige Bildungsmaßnahme im Rahmen der Berufsschule. Den Schülern und Schülerinnen werden Kenntnisse und Fertigkeiten aus einem oder mehreren Berufsfeldern vermittelt. Rechtsgrundlage ist das Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz vom 15. Februar 2005). Ziel dieses BOJ ist es, die Jugendlichen für die Berufswelt zu motivieren und an die Berufspraxis heranzuführen.
Das BOJ unterteilt sich in einen berufsbezogenen Lernbereich mit den Fächern: Praxis, Theorie, Mathematik und Naturwissenschaft sowie einen berufsübergreifenden Lernbereich mit den Fächern: Deutsch, Sport, Politik und Religionslehre. Von den Gesamtstunden muss mindestens die Hälfte der Stunden auf die Praxis entfallen. In das BOJ werden nur Schüler und Schülerinnen aufgenommen, die ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt und sonderpädagogischen Förderbedarf auch für die Sekundarstufe II haben. Damit haben Schülerinnen und Schüler eine realistische Chance auf Ausbildung und Beruf, die ohne einen Hauptschulabschluss die Schule verlassen haben.

Seit Gründung des Kerschensteiner Berufskollegs (ehemals Kerschensteiner Schule) bot die Schule für diese Jugendlichen in verschiedenen Berufsfeldern schon immer das BOJ an. In den letzten Jahren konnte lediglich noch das Berufsfeld „Hauswirtschaft“ als strukturelle institutionelle Einheit angeboten werden. Dieses entsprach nicht allen Wünschen und Bedarfen der Schüler und Schülerinnen aus den abgebenden Förderschulen. Notwendig ist vielmehr ein an den individuellen Bedürfnissen und Förderbedarfen der Schüler und Schülerinnen ausgerichtetes Angebot.
Durch die nun noch engere Zusammenarbeit der Stiftungsbereiche Schulen und proWerk/Betriebe kann diesen veränderten Ansprüchen der Schülerschaft Rechnung getragen werden. Damit wird es den Schülern und Schülerinnen ermöglicht, aus einer Vielzahl von Berufsfeldern ihren individuellen Praxisanteil auszuwählen und einen realistischen Einblick in die Berufs- und Arbeitswelt zu erhalten.



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