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Zehn Kubikzentimeter Erinnerung

Pastor Pohl mit SchülerInnen des Gymnasiums
Schülerin Athina Liouta hatte sich mit der Lebensgeschichte von Olga Laubheim befasst.

In Bethel erinnern seit gestern drei weitere „Stolpersteine“ an jüdische Patienten, die in der NS-Zeit aus Bethel deportiert und in einer Tötungsanstalt in Brandenburg an der Havel umgebracht wurden. Für das „Stolperstein-Projekt“ setzten sich Schülerinnen und Schüler des Öffentlich-Stiftischen Gymnasiums Bethel ein. In einem Schulprojekt hatten sie die Lebensdaten der ermordeten Bewohner recherchiert. Nach 2013 fand die Aktion bereits zum zweiten Mal in Bethel statt.

Zu der Gruppe aus Bethel deportierter Menschen jüdischen Glaubens gehörten Olga Laubheim, Dorothea Ahrndt und Dr. Heinrich Jansen. An sie erinnern jetzt drei zehn Kubikzentimeter große Steine vor ihren ehemaligen Lebensstätten: Haus Groß-Bethel, Haus Bersaba und die Klinik Gilead IV. Die Würfel sind mit einer glänzenden Messingoberfläche versehen, die ihre persönlichen Lebensdaten enthält. Jetzt gibt es sieben „Stolpersteine“ in Bethel, einer für jedes der insgesamt sieben jüdischen Patientenopfer.

Der Künstler und Initiator der „Stolperstein-Aktion“ Gunter Demnig, der seit 1992 rund 70.000 Steinen in 24 Ländern verlegt hat, war persönlich nach Bethel gekommen, um die Gedenksteine in das Gehwegpflaster einzusetzen. Rund 100 Menschen, darunter auch Bethels-Vorstandsvorsitzender Pastor Ulrich Pohl, zahlreiche Mitglieder der Bielefelder Stolperstein-Initiative und die Posaunenmission Bethel, begleiteten ihn am Montag auf seinem Weg durch die Ortschaft.

Die „Stolpersteine“ werden über Patenschaften finanziert, die Privatperson, Parteien, Stiftungen, Firmen, Verbände, Vereine und Schulen übernehmen.

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